Hinweise zu nicht erklärten Fachausdrücken finden Sie in unserem Orgelbaulexikon.
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Lange haben unsere treuen Leser keine fortwährende Geschichte mehr bekommen. Der Grund ist einfach. Die Orgelbaufirma Scharfe hat Planungsarbeiten für einen befreundeten Orgelbaubetrieb durchgeführt. Aus Diskretion wurde hierüber nicht berichtet. Dafür geht es jetzt mit einer neuen Sache los, die Orgel der Evangelischen Kirche in Sulz am Eck. Gleich zu Beginn der Arbeiten wurde der Spieltisch in Angriff genommen. Hier sieht man Andreas Jung beim Ausbau der Klaviaturen. |
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Und Schwupps-weg sind sie. Ein Spieltisch ohne Gesicht? Das darf nicht lange währen. Also müssen sich die Orgelbauer sputen, damit die Organisten bald wieder in die Tasten greifen können. |
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Im gesamten Spieltisch müssen die Polsterungen in den Trakturen ausgetauscht werden. Hier sieht man, warum. Als Polstermaterial wurde zur Erbauerzeit ein Schaumstoff verwendet. Dieser hat sich inzwischen in Wohlgefallen aufgelöst. Folglich müssen diese Polster durch neue aus Filz getauscht werden. |
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Die Pedalklaviatur wurde, wie auch die Manualklaviaturen in die Werkstatt nach Bünzwangen geholt. Hier wurde alles demontiert. Auf dem Foto sieht man die Tasten, deren Beläge ... |
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... von Andreas Jung begradigt und neu versiegelt wurden. Mit neuen Polstern versehen und den frisch eingestellten Rückholfedern, spielt sich diese Pedalklaviatur jetzt wieder wie neu. |
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Gilbert Scharfe unterdessen, nimmt sich der Manualtasten an. Hier müssen die weißen Untertasten poliert werden. Da diese stark vergilbt waren, gestaltete sich das Ganze sehr zeitaufwändig. Hier sieht man im Hintergrund die bereits polierten Tasten im Vergleich zu den unbehandelten im Vordergrund. Die Obertasten wurden ebenfalls gereinigt und danach nachgeschwärzt. |
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An den Klaviaturrahmen wurden die Führungsstifte entrostet und alle Bauteile gereinigt. Jetzt noch die defekten Filze ersetzt, konnten die Klaviaturen wieder in die Rahmen gelegt werden. |
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Wieder in der Kirche, mussten die Orgelbauer alle Trakturen im Spieltisch lösen. Alle Koppeln wurden zerlegt und dabei die neuen Filzpolster eingebaut. |
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Vom Orgelinnern sieht der Spieltisch nun so aus: Alles hat wieder seine Ordnung. |
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Aus Organistensicht gesehen: Die Klaviaturen sind wieder eingebaut und die Orgel ist am Wochenende spielbereit. |
Im Schwellwerk werden alle Pfeifen ausgebaut. Übrig bleiben die Windstöcke mit den vielen Versorungslöchern. |
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Auch die Windstöcke wurden abgeschraubt. Darunter verbergen sich die Registereinschaltungen, die Schleifen. Nach dem Lochkartenprinzip öffnen oder verschließen sie die Versorgungsbohrungen zu den Pfeifen. Mit dem Registerzug kann der Organist die Schleifen bewegen und so die Registermischung auswählen. Unter den Schleifen befinden sich flexible Dichtungen, die Schleifendichtungshülsen. Alle müssen kontrolliert, gesäubert und repariert werden. |
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Die Anschläge der Schleifen sind zusammengedrückt. Darum müssen sie erneuert werden. Diese Arbeit kann nur bei ausgebauten Pfeifen und Windstöcken geschehen. |
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Auf der Arbeitsplatte können die Orgelbauer die Pfeifen sortieren. |
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Damit kein Durcheinander entsteht, werden die Pfeifen registerweise in Kisten gelagert. |
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Defekter Bart an einer Salizionalpfeife. |
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Notdürftig geflickte Stimmrolle. Hier ist klar, dass eine Revision dringend nötig war. Solche Pfeifen gab es im Register Salizional reihenweise. Töne mit derlei Defekten können nicht mehr richtig klingen. -Ganz zu schweigen davon, diese noch richtig stimmen zu können. |
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In Reih und Glied stehen die fertig sanierten Pfeifen aus dem Salizional 8' an der Wand. Sie harren auf ihren Einbau in die Orgel. An den Mündungen sind die Stimmschlitze provisorisch mittels Klebeband abgedichtet. Nach deren Intonation in der Orgel, werden ... |
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... die Stimmschlitze wieder zugelötet. Eine Arbeit, die leider an etwa 80 Prozent der Pfeifen aus diesem Register notwendig war. |
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Rechtzeitig zum Konfirmationssonntag waren die Grundregister des Schwellwerkes wieder benutzbar. Von hinten: |
Aus allen Windladen werden die Tonventile ausgebaut. Zurück bleiben die Ventilschlitze, welche den Wind zu den Pfeifen frei geben. |
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Auf der Arbeitsplatte wird jedes Ventil kontrolliert, gesäubert und mit einer neuen Anhängung versehen. |
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Ein Ventil mit kaputtem Belag. Dieser muss dringend erneuert werden. |
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Hier sind die wieder eingebauten Ventile zu sehen. Neu ist eine Stahlscheibe, welche die Traktur vom Wind führenden Teil nach außen hin abdichtet. Diese Maßnahme verhindert Blasgeräusche an den Mechanikdurchgängen. |
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Im Schwellwerk wurden inzwischen alle Pfeifen eingebaut und intoniert. Es kann jetzt wieder vollumfänglich genutzt werden. |
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Im Hauptwerk geht es weiter. Pfeifen müssen herausgenommen und gelagert werden. Bei der jahrzehnte alten Schmutzschicht macht das Saugen richtig Spaß... |
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Die Hauptwerkswindlade ohne Pfeifen. |
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Insgesamt besitzt die Orgel in Sulz drei Mehrfachregister, welche durch eine Auftrennung in einzelne Chöre mischfähiger werden. Für diese Auftrennung ist Werkstattarbeit angesagt. Neue Stöcke mit Überschleifen müssen hergestellt werden. Die Windverteilung in den Stöcken wird abgeändert. Hier leimt Andreas Jung eine neu gefräste Verführung mit Leim aus, damit sie schön dicht ist. |
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Windstock mit Verführungen. |
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Die fertigen Stöcke für die Umbauten. |
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Neue Schleifen und Dämme sind für den Einbau in die Orgel vorbereitet. |
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Für die Aufteilung der Register ist auch die Änderung der Registermechanik notwendig. Hierfür müssen die Wellen teils abgeändert, teils neu hergestellt werden. Das Bild zeigt die Wellen mit angeschweißten Mechanikarmen. |
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Neue Züge für die Übertragung der Registerschaltung ins Orgelinnere. |
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Zwei neue Manubrien mussten hergestellt werden. Hier die Vorlage rechts im Bild, die Kopie samt Zugstange links. Das Registerchildchen fehlt noch. |